Nutzfahrzeugimporteure: Abgasmessung zeigt: Moderne Lkw de facto feinstaubfrei

Die Forderung der WHO nach einer erneuten Verschärfung der Feinstaub Grenzwerte ist Anlass, um den aktuellen Stand der Abgastechnik bei Euro VI Lkw und Bussen darzustellen. Eine Vergleichsmessung am Institut für Verbrennungskraftmaschinen und Thermodynamik der TU Graz (IVT) hat gezeigt, dass die Partikelemissionen bei modernen Lkw deutlich unter den derzeit gültigen Grenzwerten liegen. Die Luftqualität in unseren Städten wird also nicht mehr beeinträchtigt. Mit dem Emissionsniveau heutiger Lkw liegt der Beitrag an extrem stark befahrenen Straßen bei weniger als 3 % zum Partikel-Luftgütegrenzwert, was nach Immissionsschutzgesetz als „irrelevant“ eingestuft wird. Es erfolgt also kein nennenswerter Beitrag von Feinstaub durch Diesel-Lkw in die innerstädtischen Schadstoffbilanz.

On-Board-Messungen im realen Straßenverkehr zeigen, dass die ersten Generationen von Euro VI Fahrzeugen Stickoxid um 86 % im Vergleich zu Euro V reduzieren. Die neuesten Fahrzeuge, die die Emissionsstufe Euro VI D erfüllen, verringern die Stickoxidemissionen nochmals um ca. 33 %.

„Dies ist auf die sehr gut funktionierenden SCR-Katalysatoren (SCR steht für „selektive katalytische Reduktion“, Anm.) zurückzuführen. Bei der Partikelanzahl ist dank der mit Euro VI eingesetzten Partikelfilter sogar eine Reduktion von ca. 99,9 % von Euro V zu Euro VI zu erkennen”, erklärt der Leiter der Emissionsforschung am IVT Stefan Hausberger. Er und sein Team forschen seit mehr als 20 Jahren sehr erfolgreich in diesem Bereich und erarbeiten am Institut gemeinsam mit internationalen Partnern den aktuellen Vorschlag für die Emissionsnorm Euro VII sowie Methoden und die Software für die CO2-Gesetzgebung für schwere Nutzfahrzeuge (VECTO). „Mit Inkrafttreten von Euro VII – voraussichtlich im Jahr 2026 oder 2027 – werden die Schadstoffemissionen neuer Lkw, egal mit welchem Antrieb, keinen nennenswerten Umwelteinfluss haben.“

Derweil werden unter Mitwirkung der TU Graz-Forschenden weitere Testverfahren und Antriebskonzepte zur CO2-Minderung entwickelt. Hausberger sieht etwa in Dieselkraftstoffen aus erneuerbaren Energiequellen – den sogenannten „eFuels“ – enormes Potenzial. „Mit eFuels wird der Dieselmotor auch in Zukunft eine wichtige und dann auch klimaneutrale Antriebsart von schweren Nutzfahrzeugen sein.“

Franz Weinberger, Sprecher der österr. Nutzfahrzeugimporteure und Initiator des Versuchs: “Nach dreißig Jahren Abgasgesetzgebung für Dieselmotoren von schweren Nutzfahrzeugen sind wir jetzt auf einem Punkt angelangt, wo keine nennenswerten Feinstaubemissionen mehr aus dem Auspuff eines Lkw kommen. Wir nähern uns mit der Abgasstufe Euro VI bereits den Grenzen der technischen Messbarkeit angesichts der hoch dynamischen Vorgänge im Fahrzeugbetrieb. Die Zeit, in der man den schweren Lkw oder Bus als „Stinker“ bezeichnen konnte, sind eindeutig vorbei. Ersetzt man im nächsten Schritt den fossilen Treibstoff durch CO2 neutralen, Synthese-Kraftstoff oder Elektrolyse-Wasserstoff, dann sind die Verbrennungs-Motoren schwerer Nutzfahrzeuge auch klimaneutral zu betreiben.“

Christian Spendel, Präsident der Arbeitsgemeinschaft LKW FRIENDS on the Road: „Ich wollte heute von der Wissenschaft bestätigt haben, ob ein moderner Euro VI Lkw-Motor wirklich so sauber ist, wie es uns von unseren Fahrzeugherstellern kommuniziert wird? Müssen wir ein schlechtes Gewissen haben, wenn wir unsere Motoren starten, um unserer Arbeit – der Versorgung der österreichischen Bevölkerung – nachzugehen? Umwelt- und Klimaschutz ist auch uns ein sehr großes Anliegen und wir wollen auch unseren Beitrag zu einer vernünftigen Klimabilanz leisten. Viele unserer Mitglieder haben ihre Fuhrparks gegen moderne Technologien ausgetauscht und das zeigt auch Wirkung. Wir setzen freiwillig auf schadstoffarme Technik, ohne gesetzlichen Zwang. Wir sehen uns somit als echte FRIENDS on the Road und liefern somit nicht nur das was sie täglich brauchen, sondern zugleich auch unseren freiwilligen Beitrag zum Klimaschutz.“

Der Ausschuss der Nutzfahrzeuge befasst sich mit den besonderen Anliegen der Nutzfahrzeugbranche (ab 3,5 t) in Österreich. Mitglieder sind die führenden Vertreter der Lkw- und Omnibusmarken DAF, IVECO, MAN, Mercedes-Benz, Renault Trucks, Scania, Tatra sowie Volvo Trucks.

LKW FRIENDS on the Road engagiert sich für objektive Öffentlichkeitsarbeit und Imagepflege für den Lkw und seine Dienstleistungen.

Automobilimporteure: Kerle als Vorsitzender wiedergewählt

Transformation in Richtung sauberer Antriebe und politische Begleitmaßnahmen im Bereich Klimaschutz als große Herausforderung

Günther Kerle wurde gestern, Mittwoch, erneut einstimmig zum Vorsitzenden und Sprecher der österreichischen Automobilimporteure gewählt. Für Kerle ist es die bereits dritte Amtszeit, davor fungierte er als langjähriger Geschäftsführer von Mazda Austria. Als Stellvertreter wurden Mag. Gregor Strassl, Vorstandsvorsitzender Wolfgang Denzel Auto AG, und Mag. Wolfgang Wurm, Geschäftsführer Porsche Austria, wiedergewählt. Als Sprecher der österreichischen Nutzfahrzeugimporteure wurde Mag. Franz Weinberger, MAN Truck & Bus, einstimmig bestätigt. Die Geschäfte des Arbeitskreises der Automobilimporteure führt weiterhin Dr. Christian Pesau.

Kerle in einer ersten Reaktion: „Die Transformation in Richtung noch ökologischerer und automatisierter Antriebe sowie die damit einhergehenden politischen Maßnahmen im Bereich Klimaschutz stellen für die Autoindustrie und den -handel die bisher größten Herausforderungen dar. Wir wollen uns dafür einsetzen, dass die motorisierte individuelle Mobilität auch in Zukunft leistbar sowie für die Konsumentinnen und Konsumenten gerade in der Post-Corona-Zeit planbar bleibt. Ich bin überzeugt, dass wir in den kommenden Jahren wichtige Impulse zur Stärkung des Wirtschaftsstandortes setzen können und gleichzeitig mit innovativen wie praktikablen Lösungen die Nachhaltigkeit stärken“, so der neu gewählte Sprecher der österreichischen Automobilimporteure.

Automobilimporteure begrüßen klare Worte der Spitzenvertreter der österreichischen Fahrzeugindustrie

Leitbranche stärken – Individuelle Mobilität sichern – Weitere Belastungen abzulehnen

„Es kann nicht oft genug bekräftigt werden, dass die Automobilindustrie eine Leitbranche der produzierenden Wirtschaft in Österreich ist und für 355.000 Arbeitsplätze sorgt“ betont Günther Kerle, Sprecher der österreichischen Automobilimporteure, anlässlich der heutigen Pressekonferenz mit Spitzenvertretern der heimischen Fahrzeugindustrie. „Die heute geäußerten klaren Worte und Forderungen von heimischen Leitbetrieben sind absolut wichtig und richtig in Zeiten, in denen die Automobilindustrie unter massiven Herausforderungen steht. Pandemie und damit einhergehend sinkende Absatzzahlen, Transformation in neue Antriebe sowie fehlende Halbleiter und damit verbunden langfristige Produktionsausfälle sind nur einige der Herausforderungen, mit denen die Mobilitätsindustrie derzeit konfrontiert ist.“ Es müsse daher wieder mehr zu einem Miteinander zwischen Politik und Wirtschaft kommen, weg von einer reinen Bestrafungs- und ideologischen Politik, wie wir es derzeit häufig erleben, um diese wichtige Branche zu stärken.

Technologieneutrale Forschung essenziell

Fahrzeughersteller, Zulieferindustrie und Fahrzeughandel würden gemeinsam dafür sorgen, dass die individuelle Mobilität und somit die Freiheit und Bedürfnisse der Menschen aufrechterhalten bleiben. Es dürfe daher zu keinen weiteren Belastungen kommen, die automotive Besteuerung zähle zu den höchsten in ganz Europa, betont Kerle einmal mehr. „Maßnahmen wie die NoVA-Erhöhung ab Juli und die Ausdehnung auch auf leichte Nutzfahrzeuge bremsen den Markt, belasten die betroffene Wirtschaft und bringen der Umwelt nichts, weil alte – und damit schadstoffreichere – Fahrzeuge länger auf der Straße bleiben.“ Weitere drohende Belastungen im Rahmen der ökosozialen Steuerreform wären daher ausdrücklich abzulehnen. Vielmehr brauche es Maßnahmen, die die Autoindustrie durch technologieoffene Forschung und Entwicklung stärken, so Kerle, denn sowohl die Wirtschafts- als auch die Klimakrise könne nur dann gelöst werden, wenn man gemeinsam an einem Strang zieht.

Automobilimporteure warnen vor neuen Steuererhöhungen

Fahrzeuge im EU-Schnitt hoch besteuert – Weitere NoVA-Erhöhung ab Juli – Anteil sauberer Fahrzeuge steigt massiv

„Österreich gehört bereits jetzt zu den am höchsten besteuerten Ländern im automotiven Bereich innerhalb der EU“, so Günther Kerle, Sprecher der österreichischen Automobilimporteure. „Der österreichische Autofahrer zahlt um ein Vielfaches mehr für die motorisierte individuelle Mobilität als dies in vielen anderen Ländern der Fall ist. Zu nennen sind neben Mineralölsteuer, diversen Mautabgaben, Sachbezug, fehlenden Abschreibungsmöglichkeiten, etc. insbesondere die in dieser Form einzigartige Normverbrauchsabgabe und die überdurchschnittlich hohe motorbezogene Versicherungssteuer. Beides Steuern, die eigentlich bereits im vorigen Jahr das letzte Mal ökologisiert wurden. Bei der NoVA steht nun aber nochmals ab 1. Juli 2021 eine Verschärfung an, erstmals auch massiv für leichte Nutzfahrzeuge, die den Unternehmen eigentlich als Betriebsmittel dienen und für die es großteils noch keine Alternativen gibt.“

„Neue Steuern auf dem Rücken der Bevölkerung seien in jedem Fall abzulehnen, insbesondere solche, die sich automatisch verschärfen, wie dies nun bei der Mineralölsteuer und der Erdgasabgabe angedacht ist. Die Automobilindustrie nehme den Klimawandel ernst und stelle mit Nachdruck auf saubere Antriebstechnologien um“, stellt Kerle klar. „Deshalb sei es auch sinnvoller, weiter auf Anreize zu setzen. In Österreich steige die Zahl der neuzugelassenen elektrifizierten Fahrzeuge kontinuierlich, was insbesondere auch auf die Ankaufsförderung und die steuerlichen Vorteile bei der Anschaffung eines E-Autos zurückzuführen sei. Dennoch sei klar, dass es auch noch weiterhin einen Markt für Verbrennungsmotoren geben werde, insbesondere im Nutzfahrzeugbereich, aber auch in der Gesamtflotte. Experten schätzen, dass 2030 rund die Hälfte der europäischen Fahrzeugflotte elektrifiziert, die andere Hälfte aber noch mit Verbrennungsmotoren betrieben werden“, so Kerle.

Maßnahmen mit Augenmaß einleiten

„Auch die Automobilindustrie selbst könne keine weiteren Belastungen vertragen. Sie stelle nach wie vor einen der größten und bedeutendsten Wirtschaftszweige in Österreich dar. In einer Langzeitbetrachtung seien aber genau deren Produkte, nämlich das Automobil als notwendiges Mittel zur Aufrechterhaltung der individuellen Mobilität zumindest einer Steuererhöhung jährlich ausgesetzt gewesen. Jede weitere Steuerhöhung erhöht jedoch die Gefahr, dass dieser wichtige Wirtschaftszweig weiter geschwächt wird und zahlreiche Arbeitsplätze verloren gehen“, warnt Kerle und hält abschließend fest: „Wir bekennen uns klar zu den notwendigen Klima-und Umweltschutzmaßnahmen. Sie müssen aber zielgerichtet und maßvoll sein.“

Automobilimporteure für Technologieoffenheit im Verkehrssektor

Technologieneutrale Ziele vorgeben – gegen konkretes Ausstiegsdatum für Verbrennungsmotoren – synthetische Kraftstoffe berücksichtigen

„Die Automobilindustrie ist bestrebt, den CO2-Ausstoß des Verkehrssektors signifikant zu senken. Alle Hersteller setzen auf elektrifizierte Antriebe und Zero Emission, um die strengen CO2-Vorgaben der EU zu erfüllen. Um Innovationen sicherzustellen und den Standort zu stärken, sprechen wir uns aber für eine technologieoffene Forschung und Entwicklung und somit gegen ein konkretes Ausstiegsdatum für Verbrennungsmotoren aus“, so Günther Kerle, Sprecher der österreichischen Automobilimporteure in Reaktion auf den gestern, Mittwoch, bekannt gewordenen gemeinsamen Brief von neun europäischen EU-Ländern an die Europäische Kommission mit der Forderung nach konkreten Maßnahmen zum Erreichen der Klimaneutralität im Verkehrssektor bis 2050.

„Unsere Erfahrungen zeigen, dass wir erfolgreicher sind, wenn wir auf Anreize statt Verbote setzen“, betont Kerle. In Österreich steigt die Zahl der neuzugelassenen elektrifizierten Fahrzeuge kontinuierlich, das sei insbesondere auch auf die Ankaufsförderung und die steuerlichen Vorteile bei der Anschaffung eines E-Autos zurückzuführen. Dennoch sei auch klar, dass es weiterhin einen Markt für Verbrennungsmotoren geben wird. Experten schätzen, dass 2030 rund die Hälfte der europäischen Fahrzeugflotte elektrifiziert, die andere Hälfte aber noch mit Verbrennungsmotoren betrieben sein wird. Auch im Nutzfahrzeugbereich werden Verbrennungsmotoren noch lange Zeit alternativlos sein.

Synthetische Kraftstoffe als attraktive Alternative

„In diesem Zusammenhang dürfen auch die synthetischen Kraftstoffe nicht vergessen werden. Dabei handelt es sich um einen sauberen, bezahlbaren und klimafreundlichen Kraftstoff, der wie Diesel oder Benzin in Verbrennungsmotoren eingesetzt wird. Auch für die heimische Zulieferindustrie, die stark auf die Verbrennungsmotorentechnologie ausgerichtet ist, könnte der Umstieg auf synthetische Kraftstoffe eine attraktive Alternative darstellen“ so Kerle und betont abschließend: „Derzeit kann niemand mit Sicherheit voraussagen, welche alternative Antriebstechnologie sich langfristig in allen Segmenten durchsetzt. Wir gehen von einer breiten Angebotspalette aus, von einem starken Fokus auf batteriebetriebene E-Mobilität im Pkw-Bereich bis zu anderen Alternativen wie der Brennstoffzelle im Nutzfahrzeugsektor, weshalb eine technologieoffene Forschung und Entwicklung wesentlich sind.“

Einbruch am Automarkt

Schlechtestes Jahr für die Automobilwirtschaft seit 33 Jahren – Gesamt-Markt um ein Viertel eingebrochen – Aufschwung bei elektrifizierten Fahrzeugen

Die Automobilwirtschaft hat ein schwieriges Jahr hinter sich. Die Zahlen dazu hat die österreichische Automobilwirtschaft – Automobilimporteure und Fahrzeughandel – heute, Montag, gemeinsam mit der Statistik Austria im Rahmen einer virtuellen Pressekonferenz vorgestellt.

Dr. Peter Laimer, verantwortlich für die Kfz-Statistik bei Statistik Austria: „Die COVID-19-Pandemie beeinflusst auch die Kfz-Industrie maßgeblich. Die Pkw-Neuzulassungen sind 2020 um ein Viertel zurückgegangen“, so Laimer. Insgesamt wurden im vergangenen Jahr 248.740 Pkw neu zugelassen, was einem Rückgang von 24,5 Prozent gegenüber 2019 entspricht. „Während sich die Zulassungszahlen benzin- und dieselbetriebener Pkw deutlich rückläufig entwickelten, legte die Zahl der mit alternativen Kraftstoffen betriebenen Pkw um fast das Doppelte auf 50.060 Fahrzeuge zu“, erläutert Laimer weiter. Diese Zunahme ist zum überwiegenden Teil auf Benzin-Hybrid-Pkw zurückzuführen (+105,5 Prozent auf 25.380 Fahrzeuge), ausschließlich elektrisch betriebene Pkw verzeichneten einen Zuwachs von 72,8 Prozent auf 15.972 Fahrzeuge. „Neuzulassungen einspuriger Kfz lagen im Jahr 2020 mit 46.099 Fahrzeugen um 13,4 Prozent über dem Vorjahreswert und damit wiederum vor den Lkw-Neuzulassungen, die mit 40.042 gegenüber 2019 um 16,7 Prozent zurückgingen“, führt Peter Laimer aus.

Kerle: Entwicklung dramatisch

Günther Kerle, Sprecher der österreichischen Automobilimporteure, nennt in erster Linie die Corona-Pandemie und die damit verbundene, anhaltend schlechte Wirtschaftslage sowie die schwierigen politischen Rahmenbedingungen mit permanenten Steuererhöhungen als Gründe für den Einbruch am Automarkt. „All diese Faktoren haben zusammen zum schlechtesten Jahr für die Automobilwirtschaft seit 33 Jahren geführt“, so Kerle. Diese Entwicklung sei dramatisch, da die Automobilwirtschaft eine Leitbranche der produzierenden Wirtschaft in Österreich ist und für 315.000 Arbeitsplätze sorgt. „Wir müssen leider davon ausgehen, dass auch 2021 ein schwieriges Jahr wird. Um die Lage am Automarkt zu stabilisieren, dürfen jedenfalls keine neuen finanziellen Belastungen für Unsicherheit sorgen. Stattdessen sollten wir auf Maßnahmen setzen, die den Markt ankurbeln. Darüber hinaus sollte eine Verlängerung der Investitionsprämie angedacht werden, die als Corona-Maßnahme einen positiven Input gebracht hat. Grundsätzlich wünschen wir uns, dass es zwischen Politik und Wirtschaft wieder mehr zu einem Miteinander kommt und wir uns wegbewegen von der Bestrafungspolitik und der rein ideologischen Politik, wie wir es derzeit häufig erleben. Sowohl die Wirtschaftskrise als auch Fragen der Klimapolitik werden wir nur dann lösen, wenn wir gemeinsam an einem Strang ziehen“, so Kerle. Für 2021 rechnet Kerle zumindest im Bereich der elektrifizierten Fahrzeuge erneut mit einem großen Aufschwung, von Seiten der Hersteller sei jedenfalls ein wahres Produktfeuerwerk zu erwarten.

Edelsbrunner: Betriebe brauchen Perspektiven und Planbarkeit

„Nach einem für unsere Branche enttäuschenden Jahr 2020 heißt es jetzt nach vorne blicken“, resümiert der Obmann des Bundesgremiums des Fahrzeughandels in der Wirtschaftskammer Österreich, Klaus Edelsbrunner, anlässlich der Bekanntgabe der Kfz-Zulassungszahlen. Auch der Start ins neue Jahr sei für den Fahrzeughandel bis jetzt eher stotternd verlaufen: „Der Lockdown im normalerweise zulassungsstarken Jänner trifft unsere Branche voll. Was die Unternehmen jetzt brauchen, sind Planbarkeit und klare Perspektiven, um ins Frühjahr starten zu können“, unterstreicht der Branchensprecher. Die Kundennachfrage sei derzeit noch schwach. Auch die Entwicklung des Gebrauchtwagenhandels sei 2021 schwierig, so Edelsbrunner. Belastend wirken die laufenden Kosten für die Gebrauchtwagenlager, zudem steige allgemein die Insolvenzgefahr, da auch die gestundeten Steuern bezahlt werden müssten. Edelsbrunner kritisiert auch die NoVA-Erhöhung bzw. Einführung für leichte Nutzfahrzeuge ab 1.7.2021: „Generell sind Steuererhöhungen wie diese Gift für den Markt, bringen aber auch der Umwelt nichts, weil alte – und damit schadstoffreichere – Fahrzeuge einfach länger auf der Straße bleiben. Eine NoVA für Kleintransporter ist nur eine Zusatzbelastung für die Wirtschaft“, betont Edelsbrunner abschließend und verweist darauf, dass die NoVA seinerzeit als Ersatz der „Luxussteuer“ eingeführt wurde.

Automobilwirtschaft und Mobilitätsclubs: Ökologisierung der NoVA nicht gelungen

Massive Mehrbelastung insbesondere für KMU – Maßnahme ökologisch und sozial fragwürdig – Gemeinsame PK der österreichischen Automobilimporteure, des Bundesgremiums Fahrzeughandel sowie der Mobilitätsclubs ÖAMTC und ARBÖ

Wien (OTS) „Schon wieder eine Steuererhöhung bzw. sogar die Einführung einer komplett neuen Steuer – das ist das Ergebnis der von der Bundesregierung angekündigten NoVA-Anpassung im Rahmen der Ökosozialen Steuerreform. Das Argument der Ökologisierung scheint nur vorgeschoben, weil es nicht nur verbrauchsstarke Fahrzeuge trifft, sondern fast alle Fahrzeuge und außerdem zu einer Verlängerung der Behaltedauer führen wird“, sind sich die Vertreter der Automobilwirtschaft und der Mobilitätsclubs einig und präsentieren die Ergebnisse ihrer internen Analysen der von der Bundesregierung angekündigten NoVA-Anpassung heute, Donnerstag, im Rahmen einer virtuellen Pressekonferenz. Gemeinsam appellieren sie an die Politik, die Maßnahme noch einmal zu überdenken.

Automobilimporteure: KMU besonders getroffen

„Die Aussage von Vizekanzler Kogler, wonach nur die „Stinker“ teurer würden, ist schlicht falsch. Nach ausgiebiger Analyse können wir mit Sicherheit sagen: Die Ökologisierung der NoVA in der vorliegenden Form ist definitiv nicht gelungen – es handelt sich um eine Steuererhöhung quer über alle Fahrzeugklassen hinweg“, kritisiert Günther Kerle, Sprecher der österreichischen Automobilimporteure und präsentiert gemeinsam mit dem ÖAMTC NoVA-Beispiele von 15 gängigen Fahrzeugmodellen.

Besonders dramatisch sei die Lage bei den leichten Nutzfahrzeugen (bis 3,5 t), für die ab 2021 nun auch erstmals eine NoVA fällig wird. „Dadurch kommt es zu einer Mehrbelastung von konservativ gerechnet rund 150 Mio. Euro, die in erster Linie Klein- und Mittelbetriebe (KMU) trifft“, rechnet Kerle vor. Bei den betroffenen Fahrzeugen handle es sich insbesondere um Kastenwägen und Pritschenfahrzeuge und somit um notwendige Betriebsmittel für Unternehmen. Die Steuer treffe infolgedessen in erster Linie die Kleintransporteure, Gewerbetreibende, Handwerker, Zustell- und Handelsbetriebe. „Dass inmitten einer schweren Wirtschaftskrise nun ausgerechnet die Unternehmen einer derart massiven zusätzlichen finanziellen Belastung ausgesetzt sind, ist völlig unverständlich. Die Mehrkosten für die Gewerbetreibenden belaufen sich auf Beträge im fünfstelligen Bereich“, so Kerle.

Fahrzeughandel: Ökologischer Effekt fragwürdig

Die Unternehmen würden es sich jedenfalls gut überlegen, ob sie sich ein neues Fahrzeug anschaffen. Tendenziell werden alte Fahrzeuge einfach länger gefahren. In diese Kerbe schlägt auch das Bundesgremium Fahrzeughandel in der WKÖ: „Auch wenn man die Maßnahmen aus Sicht der Ökologisierung sieht, ist die Sinnhaftigkeit nicht gegeben. Gerade jene Kundengruppe, welche sich neue Autos eben nicht mehr leisten kann, wird mit den alten Fahrzeugen weiterfahren, wodurch wichtiges CO2-Einsparungspotenzial ungenützt bleibt“, so Klaus Edelsbrunner, Bundesgremialobmann des Fahrzeughandels.

ÖAMTC: Drehen an Steuerschraube löst Klimafrage nicht

Dass auch der Verkehr seinen Beitrag zum Klimaschutz leisten muss, steht für den ÖAMTC außer Frage. „Die stufenweise Erhöhung der NoVA macht jedoch fast alle Autos teurer – vom effizienten Kleinwagen bis zum Van für die Familie. Das permanente Drehen an der Steuerschraube für die breite Masse wird die Klimafrage aus Sicht des Mobilitätsclubs nicht lösen“, so Martin Grasslober, Leiter der Verkehrswirtschaft des ÖAMTC.

ARBÖ erinnert Bundesregierung an Versprechen, keine neuen Steuern einzuführen

Das bestätigt auch der ARBÖ und verweist insbesondere auf den sozialen Aspekt: „Die geplante Erhöhung der NoVA ist die vierte Steuererhöhung für Kfz-Lenker im heurigen Jahr. Wir möchten die Bundesregierung daran erinnern, dass sie mit dem Versprechen angetreten ist, keine Steuern zu erhöhen. Und nun kommen jedes Quartal neue Abgabenerhöhungen hinzu, die direkt von den Konsumenten getragen werden müssen. Wenn die Bundesregierung wirklich nachhaltige Maßnahmen im Pkw-Sektor setzen möchte, sollten Anreize geschaffen werden, damit die vielen Altfahrzeuge aus dem Bestand verschwinden. Rund eine Million Fahrzeuge, die in Österreich unterwegs sind, entsprechen Euro-Norm 4 oder einer noch älteren Schadstoffklasse. Solange dieses Problem nicht angegangen wird, geht es der Regierung nur um Geldbeschaffung,“ so Sebastian Obrecht, Sprecher des ARBÖ, abschließend.

Nutzfahrzeugimporteure: NoVA-Einführung für Nfz trifft Unternehmen hart

Steuererhöhung für KMU – Fahrzeuge sind notwendige Betriebsmittel und kein Luxusgut – Mehrkosten im fünfstelligen Bereich und ohne Möglichkeit auf Alternativen zuzugreifen – Maßnahme ökologisch und wirtschaftlich kontraproduktiv

Wien (OTS) „Mit der Neu-Einführung der NoVA für leichte Nutzfahrzeuge hat die Bundesregierung die Unternehmen mit einer unerwarteten Belastung überrascht. Als wären die Umstände für die Wirtschaft momentan nicht schwierig genug – neue Steuern sind das letzte, was die von der Covid19-Krise gebeutelten Unternehmen jetzt brauchen“, stellt Mag. Franz Weinberger, Sprecher der österreichischen Nutzfahrzeugimporteure, klar. Am Samstag, dem 21.11.2020, hat die Bundesregierung überraschend angekündigt, die NoVA mit 1. Juli 2021 umzugestalten, ohne Begutachtungsphase und ohne jeglichen Dialog mit den betroffenen Branchen zu führen.

Neue NoVA trifft vorrangig KMU

Erstmalig wird die NoVA, die ursprünglich als „Luxussteuer“ eingeführt wurde, nun auch für leichte Nutzfahrzeuge (N1 bis 3,5 t) fällig. Dabei handelt es sich in erster Linie um Fahrzeuge, die insbesondere von Unternehmen als Betriebsmittel eingesetzt werden und keinesfalls ein Luxusgut darstellen, wie Kastenwägen, Pritschenfahrzeuge etc.  „Die neu eingeführte NoVA trifft die Kleintransporteure, Gewerbetreibenden, Handwerker, Zustell- und Handelsbetriebe. Auch Auslieferungen an Lebensmittelketten mit Transportern wird sich beispielsweise durch die neue Steuer verteuern. Der Sinn dahinter, zum jetzigen Zeitpunkt eine neue Steuer einzuführen, die Klein- und Mittelbetriebe massiv zusätzlich finanziell belastet, erschließt sich uns überhaupt nicht“, so Weinberger. Zu befürchten ist, dass diese Erhöhungen an die Endkonsumenten weitergegeben werden.

Mehrkosten im 5-stelligen-Bereich

Um zu veranschaulichen, was die Einführung der NoVA bei N1 in der Realität bedeutet, nachstehend Beispiele von in der Praxis häufig eingesetzten leichten Nutzfahrzeugen.

Fiat Ducato Fahrgestell L4 35 Maxi Doppelkabine Dreiseitenkipper 2.3 Multijet 180

NoVA 2020     € 0,00

NoVA 2021     € 14.553,70

NoVA 2024     € 21.281,80

Iveco Daily 35S16 A8 Kastenwagen 1900/3520L

NoVA 2020     € 0,00

NoVA 2021     € 8.096,60

NoVA 2024     € 13.463,60

MAN TGE 3.180 4×4 AQ

NoVA 2020     € 0,00

NoVA 2021     € 13.473,00

NoVA 2024     € 24.255,00

Mercedes-Benz Sprinter Kastenwagen 314 CDI Hochdach, lang

NoVA 2020     € 0,00

NoVA 2021     € 11.200,00

NoVA 2024     € 17.026,00

VW Crafter DoKa-Pritsche

NoVA 2020     € 0,00

NoVA 2021     € 11.420,80

NoVA 2024     € 17.348,20

Maßnahme auch ökologisch fragwürdig

„Dass ein Großteil der Gewerbetreibenden diese Mehrkosten nicht stemmen kann, vor allem nicht inmitten der Covid19-Krise, ist selbsterklärend. Anstatt in saubere und moderne Neufahrzeuge zu investieren, werden infolgedessen Fahrzeuge mit einer älteren Abgasnorm einfach länger gefahren“, stellt Weinberger klar. Die NoVA hat grundsätzlich keine ökologische Hebelwirkung, da sie nicht den Verbrauch, sondern nur den Besitz bzw. die Anschaffung besteuert.

Maßnahme trifft die falschen und kommt zu früh – KMU in der Falle: keine Möglichkeit auf Alternativen zuzugreifen

„Dass Fahrzeuge mit einem Emissionswert von Null von der NoVA ausgenommen sind, ist im Nutzfahrzeugbereich noch nicht relevant. Grundsätzlich müssen auch im Nfz-Bereich strenge CO2-Ziele erreicht werden und die Hersteller setzen alles daran, immer sparsamere und emissionsärmere Fahrzeuge auf die Straße zu bringen. Dennoch ist die Situation bei den Nutzfahrzeugen speziell, da Kunden nicht einfach auf kleinere, elektrifizierte und steuerbevorzugte Fahrzeuge umsteigen können, um ihre Bedürfnisse zu decken. Es kommt also zu einer massiven Mehrbelastung, ohne die Möglichkeit, auf Alternativen zuzugreifen. Aus diesem Grund ist die Maßnahme einfach inakzeptabel: es trifft die falschen und kommt aufgrund der Tatsache, dass es im N1-Bereich die elektrischen Alternativen am Markt noch nicht gibt, zu früh. Wir appellieren daher an die Regierungsparteien, diese Maßnahme noch einmal zu überprüfen“, so Weinberger abschließend.

Bei der Fahrzeugklasse N1 handelt es sich um die zweitgrößte Fahrzeugklasse in Österreich nach den Pkw (M1). Sie umfasst zehn Mal mehr Fahrzeuge wie die mittleren und schweren Lkw zusammen (N2, N3). Im Gesamtjahr 2019 wurden 43.425 Fahrzeuge der Klasse N1 zugelassen, das entspricht zehn Prozent der Gesamt-Kfz-Neuzulassungen.

Der Ausschuss der Nutzfahrzeuge befasst sich mit den besonderen Anliegen der Nutzfahrzeugbranche (ab 3,5 t) in Österreich und ist im Arbeitskreis der Automobilimporteure in der Industriellenvereinigung (IV) angesiedelt. Mitglieder sind die führenden Vertreter der Lkw- und Omnibusmarken DAF, IVECO, Mercedes-Benz, MAN, Renault Trucks, Scania, Tatra sowie Volvo Trucks.

Automobilimporteure: E-Mobilitätsförderung wird 2021 fortgesetzt

Förderung von E-Mobilität in jetziger Phase wesentlich – bis zu 5.000,- für BEV und 2.500,- für PHEV – PHEV als sinnvolle Brückentechnologie – Maßnahme von NoVA-Erhöhung getrübt

Wien (OTS) „Die Elektromobilität wird ein wichtiger Teil der „Mobilität der Zukunft“ sein. Die Neuzulassungen von elektrifizierten Fahrzeugen steigen konstant, bewegen sich jedoch weiterhin auf einem niedrigen Niveau. Förderungen sind in dieser Phase entscheidend, um den Marktdurchbruch voranzutreiben. Daher freut es uns, dass eine Einigung gelungen ist und die erfolgreiche E-Mobilitätsförderung – eine gemeinsame Aktion des Bundesministeriums für Klimaschutz (BMK) und der österreichischen Automobilimporteure – auch im Jahr 2021 weitergeführt wird“, so Günther Kerle, Sprecher der österreichischen Automobilimporteure. Aufgrund der strengen EU-CO2-Klimaziele ist es für die Hersteller wesentlich, rasch eine große Anzahl an elektrifizierten Fahrzeugen auf die Straße zu bringen. Denn nur so ist es überhaupt möglich, den vorgeschriebenen Flottendurchschnitt von 95 g CO2/km, der heuer erstmals schlagend wird, zu erreichen.

Konkret wird 2021 für Private die Anschaffung eines reinen Elektroautos (BEV) weiterhin mit € 5.000,- und die eines Plug-in-Hybrids mit € 2.500,- gefördert. Bei den Betrieben wurde die öffentliche Förderung reduziert, sodass die reinen Elektroautos (BEV) mit € 4.000,- und die Plug-in-Hybride mit € 2.000,- gefördert werden. Voraussetzung für den Erhalt der Förderung ist unter anderem eine rein elektrische Mindestreichweite von 50 km. Neu ist, dass nun auch für Private eine Wertgrenze von € 60.000,- gilt. Darüber hinaus wird die Errichtung von Ladeinfrastruktur und der Umstieg auf E-Nutzfahrzeuge äußerst attraktiv gefördert.

PHEV führen Kunden an neue Technologie heran

„Besonders Plug-in-Hybride haben sich in letzter Zeit immer mehr als sinnvolle Brückentechnologie etabliert“, so Kerle: „Es ist daher wichtig, dass PHEV auch weiterhin gefördert werden. PHEV können die Stärken des batterieelektrischen Motors auf kurzen Strecken, beispielsweise in der Stadt, ausspielen – auf Langstrecken kommt ein effizienter Verbrennungsmotor zum Einsatz. Durch PHEV kann eine größere Anzahl an Menschen – nämlich auch jene, für die ein rein elektrisches Fahrzeug derzeit keine Option darstellt – an die Technologie herangeführt werden.“

Bitterer Beigeschmack durch NoVA-Erhöhung

Getrübt wird die Freude über die Förderung von der vor einer Woche überraschend angekündigten Erhöhung der NoVA. „Dabei handelt es sich um eine Steuererhöhung quer über alle Fahrzeugklassen hinweg und nicht um eine Spreizung nach ökologischen Gesichtspunkten. Die Anschaffung eines innovativen, effizienten Neuwagens zu bestrafen, ohne Rücksicht auf den tatsächlichen Verbrauch und CO2-Ausstoß im Alltag, ist überholt und hat nichts mit einer ökologischen Förderung zu tun. Darüber hinaus führt die Steuererhöhung dazu, dass ältere Fahrzeuge länger gefahren werden, was aus ökologischer Perspektive kontraproduktiv ist. Es ist schade, dass nach der sinnvollen Maßnahme der E-Mobilitätsförderung nun die NoVA-Erhöhung einem Umstieg auf grundsätzlich saubere Fahrzeuge der neuesten Abgasklasse entgegenwirkt. Der ökologische Effekt ist nicht erkennbar“, so Kerle.

Insbesondere auch bei den Fahrzeugen der Klasse N1 zeige sich, wie fragwürdig die Maßnahme sei. Denn erstmalig wird die NoVA auch für leichte Nutzfahrzeuge fällig. Dabei handelt es sich in erster Linie um Kastenwägen, Pritschenfahrzeuge etc. und somit um alternativlose Betriebsmittel für Unternehmen. „Wenn inmitten der Covid19-Krise insbesondere Klein- und Mittelbetriebe massiv finanziell belastet werden, sollte die Sinnhaftigkeit der Maßnahme dringend in Frage gestellt werden“, so Kerle.

E-Neuzulassungen bei 5,1 %

Insgesamt wurden zwischen Jänner und Oktober 2020 10.520 reine E-Autos zugelassen, das entspricht einem Anteil von 5,1 Prozent an den Gesamtzulassungen. Über 38.000 E-Autos sind derzeit auf Österreichs Straßen unterwegs, der Anteil am Gesamt-Pkw-Bestand von 5,08 Mio. beläuft sich entsprechend auf 0,8 Prozent. Darüber hinaus wurden in den ersten zehn Monaten 5.479 Plug-in-Hybride in Österreich zugelassen.

Automobilimporteure: Unverständnis für Vorgehensweise bei NoVA

Steuererhöhungen durch die Hintertür – ohne Einbindung der betroffenen Branche – ohne Begutachtungsphase – Automobilimporteure kritisieren Vorgehensweise

Wien (OTS) „Die Automobilwirtschaft bekennt sich zu den Klimazielen und befürwortet eine Ökologisierung des Steuersystems. Wir sprechen uns für sinnvolle, realistisch umsetzbare und sozial- als auch wirtschaftsverträgliche Maßnahmen aus. Was jetzt allerdings passiert, ist der Versuch, Steuererhöhungen zu einem überraschenden Zeitpunkt inmitten des Lockdowns, ohne Begutachtung und ohne Einbindung der Automobilwirtschaft durchzubringen. Wir erkennen in dem nun vorliegenden Antrag auch keine wie bisher immer angekündigte Spreizung der NoVA nach ökologischen Gesichtspunkten, sondern nach Erstanalyse eine de facto Steuererhöhung quer über alle Fahrzeugklassen“, zeigt sich Günther Kerle, Sprecher der österreichischen Automobilimporteure, über die heute, Samstag, angekündigten Maßnahmen der Bundesregierung entsetzt. Dass inmitten eines Lockdowns Maßnahmen durch die Hintertür beschlossen würden, die noch einmal Verschärfungen bringen und zwar für eine Branche, die ohnehin bereits am Boden liege, lasse an Sensibilität und Wertschätzung der Automobilwirtschaft gegenüber vermissen und sei für die Branche nicht nachvollziehbar.

Zwtl.: Maßnahmenbündelung wäre sinnvoll

Derartige Umstellungen, wie sie etwa Änderungen bei der NoVA erfordern, sind mit einem enormen organisatorischen, finanziellen und technischen Aufwand verbunden. Erst heuer, 2020, wurden bereits sämtliche automotive Steuern ökologisiert: die NoVA mit 1. Jänner, die Sachbezugsregelung mit 1. April und die motorbezogene Versicherungssteuer mit 1. Oktober 2020. All diese Steuern wurden dahingehend angepasst, dass emissionsarmes Verhalten begünstigt und ein hoher Emissionsausstoß verteuert wird. Darüber hinaus wurden sowohl die NoVA als auch die Sachbezugsregelung so ausgestaltet, dass die CO2-Grenzen für den begünstigten Steuersatz um jährlich 3 Gramm sinken, beginnend ab 2021. So werden die Steuern automatisiert ökologisiert, auch über 2020 hinaus.

Aber damit nicht genug: Nach 2020 und 2021 sind mit der geplanten Einführung einer CO2-Besteuerung im Jahr 2022 bereits erneut maßgebliche Veränderungen geplant. „Sinn hätte gemacht, dass alle diese im Regierungsprogramm vorgesehenen Maßnahmen im großen Projekt der CO2-Besteuerung 2022 Aufnahme gefunden hätten, anstatt einseitig eine Änderung der NoVA zur absoluten Unzeit umzusetzen, ohne Begutachtung und ohne die betreffende Branche miteinzubeziehen oder über die Inhalte zu informieren“, so Kerle abschließend.